Der richtige Zeitpunkt für eine Heizanlagen-Modernisierung

aus dem Marktblatt vom 16. Juli 2014

Runter mit den Heizkosten – wann sollte eine noch funktionierende Heizung erneuert und/oder mit einer Solarwärme-Anlage aufgerüstet werden?

Da hat man einen älteren Heizkessel der noch funktioniert und informiert sich vorsorglich über Möglichkeiten der Heizungs-Modernisierung. Die Fachleute empfehlen eine Brennwertheizung mit Solarwärme Kombination, eine Pelletheizung oder eine Wärmepumpe. Dann kommt der Schornsteinfeger, um die anstehende Messung durchzuführen und sagt die Messwerte seien noch gut. Und dann hört man auch noch was über Kürzungen der Solarförderung. Wer hat jetzt Recht? Welche ist denn die richtige Maßnahme? Lohnt sich eine Solaranlage und ist es an der Zeit eine neue Heizung zu installieren, obwohl sie noch funktioniert?
 
Eigentlich haben Alle recht. Der Kaminkehrer misst die durch seine Bauart zulässigen Emissionswerte und die Abgasverluste des Heizkessels im Vollastbetrieb. Ist diese im zulässigen Bereich, ist für ihn der Heizkessel in Ordnung. Die Abgastemperatur bei Brennwertkesseln beträgt nur noch 40-80°C und bei konventionellen Heizkesseln 90-180°C. Ein moderner Brennwertkessel kann (je nach Bauart und Effizienz des zu sanierenden Heizkessels) eine Einsparung von 5-35% bewirken. Durch eine Einregulierung der Wärmeverteilung zu den Heizkörpern (hydraulischer Abgleich) verbessert sich die Einsparung spürbar.
 
Doch wie energieeffizient ist der Heizbetrieb bei geringem Heizbedarf (z.B. in der Übergangszeit) und für die Erwärmung und Bereitstellung von Trinkwasser? Immerhin entfallen ca. 20-30%  der Heizkosten auf die Erwärmung von Leitungs(trink)wasser. dass nur 30-70% der Heizenergie für das warme Leitungswasser auch tatsächlich dem entsprechen, was aus dem Wasserhahn kommt, ist kaum bekannt. Anders gesagt: Erhebliche Wärmeverluste und ein schlechter Wirkungsgrad bei der Wärmeerzeugung führen dazu, dass man bis zu dreimal so viel Energie dafür aufwenden muss, wie eigentlich erforderlich wäre, um die tatsächlich verbrauchte Warmwassermenge zu erhitzen.
 
Genau hier kommen die Vorteile einer Solarwärme-Anlage zum tragen. Bleibt der Heizkessel im Teillastbetrieb oder der Trinkwasser-Erwärmung weitestgehend aus, bewirkt der Solarwärme-Anlage, dass der Heizkessel effizienter heizt. In der Übergangszeit, welche relativ sonnenreich ist, kann die Solarwärme zum heizen effektiv genutzt werden und der Teillastbetrieb des Heizkessels wird reduziert. Dies kann je nach Größe der Solaranlage, des Heizwärmebedarfs, der Bauart und Effizienz des Heizkessels eine Brennstoff-Einsparung von insgesamt 10-40% bewirken.  Mindestens 1.500 € Förderung bekommt man für eine Sanierung mit Brennwerttechnik und Solarheizung.  Mit Blick auf die Energiepreis-Situation ist also eine Solarwärme-Anlage eine lohnende Investition. Bei der gegenwärtigen Energiewende-Diskussion und die Kürzung der Förderung sind hauptsächlich Solarstrom-Anlagen betroffen. Solarwärme-Anlagen sind nicht für steigende Energiepreise, Netz- und Speicherprobleme verantwortlich. Deren Energie wird direkt im Haus genutzt.
 
Ein noch funktionierender älterer Heizkessel kann in den meisten Fällen mit einer Solarwärme-Anlage ergänzt und damit effizienter geheizt werden. Dafür bekommt man mindestens 1.500 € Förderung. Ist ein Heizkessel älter als 20 Jahre sollte über einen Austausch nachgedacht werden, am besten mit einer Solarwärme-Kombination. Jeder Tag in dem die alte Heizung nicht erneuert wird, verheizt man unnötig sein Geld. Bei Heizkesseln älter 30 Jahre ist es höchste Eisenbahn, nicht nur weil nächstens gesetzliche Rahmenbedingungen es vorschreiben.

Luft-Wärmepumpen sind nur bei niedrigen (max 45°C) Heiztemperaturen die richtige Wahl, wenn vorliegen. Die Jahresarbeitszahl, also das Verhältnis von eingesetztem Strom zur erzeugten Wärme, ist abhängig von einer niedrigen Heiztemperatur und sollte mindestens Drei sein.  Pelletheizungen mit Solarwärme-Kombination sind die günstigste Art zu heizen, allerdings sollten bei allen Varianten auch die Anschaffungskosten betrachtet werden.
 
Eine qualifizierte Beratung durch einen Fachmann, der sich in allen Bereichen auskennt, ist Aufgrund der Vielseitigkeit und unterschiedlichen technischen Voraussetzungen erforderlich. Wichtig ist, dass spezielles Wissen und Erfahrung in der Heiztechnik vorhanden sind. Energieberater sollten auch das erforderliche Fachwissen für Heizanlagen haben.  Die Modernisierung der Heizanlage ist bei einer richtigen Herangehensweise und Ausführung  eine lohnenswerte Investition.

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